Positiv beurteilt der Landesobmann des ÖAAB Kärnten Michael Krall, dass Bewegung in die Diskussion rund um das Thema Arbeitszeit kommt. „Als ÖAAB bemühen wir uns schon seit geraumer Zeit um mehr Sachlichkeit in dieser für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die Wirtschaft gleichermaßen wichtigen Frage“. Gleichzeitig weist Krall auf die langjährige ÖAAB-Forderung nach Einführung des Zeitwertkontos auch in der Privatwirtschaft hin: „Das Zeitwertkonto bietet eine gute Möglichkeit Auftragsspitzen in den Unternehmen abzudecken, die Mehrleistungen anzusparen und in Form von mehr Freizeit zu einem späteren Zeitpunkt zu konsumieren.“

Aus Sicht des ÖAAB bedarf auch das Thema Arbeitszeit einer ständigen Weiterentwicklung hin zu sinnvollen, zeitgemäßen und praktikablen Rahmenbedingungen. Krall: „Wichtig ist, dass die Flexibilisierung keine Einbahnstraße ist, Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen beide davon profitieren!“ Der Landesobmann der ÖVP-Arbeitnehmer ist überzeugt, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber, wenn sie sich auf Augenhöhe und nicht als Gegner begegnen, in dieser Frage zu einer guten Lösung kommen können.

Im Arbeitszeitgesetz und in den Kollektivverträgen gibt es bereits jetzt viele Möglichkeiten zur flexiblen Gestaltung der Arbeitszeit. Sie sind jedoch – gerade was die Abdeckung von Auftragsspitzen angeht – sehr schwer umsetzbar“, so Michael Krall. Die Regelungen müssen aus Sicht des ÖVP-Arbeitnehmerbundes deshalb so weiterentwickelt werden, dass kein Nachteil für die Arbeitsplätze und den Wirtschaftsstandort entsteht. Im Gegenzug sollen die Arbeitnehmer durch mehr Freizeit und eine attraktivere Besteuerung der Überstunden, ganz nach dem Motto „Fleiß muss sich lohnen“, auch finanziell davon profitieren.

Das ÖAAB-Modell des Zeitwertkontos, das auch im Regierungsprogramm verankert ist, sieht vor, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst entscheiden können, ob sie Überstunden, Zulagen, Prämien oder Sonderzahlungen steuerbegünstigt auf ein Konto überweisen lassen, um sich später eine Auszeit ohne Abstriche leisten zu können. Das Modell des Zeitwertkontos beruht auf Freiwilligkeit, es besteht jedoch ein Rechtsanspruch für die Konsumation der angesparten Freizeit rechtzeitig vor dem Pensionsantritt. Wofür diese Auszeit verwendet wird, bleibt der oder dem Einzelnen überlassen.

 

ÖAAB Kärnten

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