Bei der Anrechnung von Kindererziehungszeiten für die Frauenpensionen muss endlich Gerechtigkeit geschaffen werden. Jedes Kind muss dabei gleich viel Wert sein, ganz egal in welchem zeitlichen Abstand die Kinder geboren werden. Das fordert einmal mehr Christian Struger, Faktionsvorsitzender der christlichen Gewerkschafter in der Arbeiterkammer Kärnten und Landesobmann-Stellvertreter des ÖAAB. Aktuell werden Frauen pro Kind vier Jahre als Kindererziehungszeiten bei der Pension angerechnet. Aber leider mit Einschränkungen, weil sämtliche „Überlappungszeiten“ nicht zählen. Beträgt beispielsweise der Abstand zwischen erstem und zweitem Kind zwei Jahre, so bekommt die Mutter für das erste Kind nur zwei Jahre am Pensionskonto gutgeschrieben.

Seit dem Jahr 2012 haben wir auf diese soziale Ungerechtigkeit hingewiesen. „Wir werden ganz bestimmt nicht locker lassen, bis diese Forderung, für die gerechte Anrechnung von Kindererziehungszeiten bei den Frauenpensionen endlich umgesetzt ist“, sagt Christian Struger.

Viele Mütter unterbrechen zu Gunsten ihrer Kinder ihre Berufstätigkeit. Der berufliche Wiedereinstieg nach der Kinderpause erfolgt in vielen Fällen in Form von Teilzeitarbeit. Teilzeitarbeit und die Berufsunterbrechung können allerdings die Gutschrift am Pensionskonto erheblich schmälern. Um dafür einen Ausgleich zu schaffen, werden einer Mutter pro Kind vier Jahre am Pensionskonto gutgeschrieben. Der Gutschrift am Pensionskonto ist dabei aktuell (im Jahr 2016) ein fiktives monatliches Einkommen in der Höhe von 1.735,06 Euro zugrunde gelegt.

Die an sich gute Sache hat allerdings einen ziemlich heftigen Schönheitsfehler. Vier volle Jahre für die Pension pro Kind werden nur dann angerechnet, wenn innerhalb von vier Jahren kein weiteres Kind geboren wird. Beträgt beispielsweise der Abstand zwischen erstem und zweitem Kind nur zwei Jahre, so bekommt die Mutter für das erste Kind auch nur zwei Jahre am Pensionskonto an Kindererziehungszeiten gutgeschrieben.

Christian Struger fordert mit aller Vehemenz, dass für jedes Kind volle vier Jahre für die Frauenpension angerechnet werden, ganz egal in welchem zeitlichen Abstand die Kinder geboren werden. Ist eine Frau Mutter von zwei Kindern, so hat sie Anspruch auf volle 8 Jahre, ist sie Mutter von drei Kindern, so hat sie Anspruch auf volle 12 Jahre.

Die uneingeschränkte Anrechenbarkeit von vollen vier Jahren pro Kind bei den Frauenpensionen ist Inhalt des Koalitionsabkommen vom Dezember 2013. Christian Struger appelliert daher an SPÖ-Sozialminister Alois Stöger, dieses Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen.

ÖAAB Kärnten

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