Mit klaren Worten meldet sich Christian Struger, ÖAAB-FCG-Fraktionsvorsitzender der Arbeiterkammer Kärnten und Landesobmann-Stellvertreter des ÖAAB, zur aktuellen Kammerdiskussion im Zusammenhang mit den Koalitionsverhandlungen zu Wort. „Natürlich muss sich ein System laufend weiterentwickeln und verbessern. Aber die Grundfesten wegzureißen bedeutet einen Hauseinsturz. Zum Hauseinsturz zählt für mich die Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft und die Senkung der Umlagen. Dagegen spreche ich mich in aller Klarheit und Deutlichkeit aus“, sagt Christian Struger.

Die Entwicklung Österreichs seit 1945 ist eindeutig eine Erfolgsstory. Das gilt sowohl in wirtschaftlicher als auch in sozialer Hinsicht. Dazu haben die Sozialpartner einen sehr wesentlichen und positiven Beitrag geleistet. Natürlich gibt es zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberschaft fundamentale Interessenskonflikte. Wer das nicht sehen will ist ohnehin von Blindheit geschlagen. Die entscheidende Frage ist vielmehr, wie komme ich trotz fundamentaler Interessengegensätze zu vernünftigen Lösungen. „In diesem Zusammenhang ist für mich klar, dass die Lichtseiten die Schattenseiten bei weitem Überstrahlen“.

Österreichs Streikdichte wird in Sekunden bemessen. So ist das ein Punkt, der für die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes nicht von unwesentlicher Bedeutung ist. Auch die jährlichen Lohnsteigerungen im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen sind tief in das bewährte System der Sozialpartnerschaft eingebettet. Auch das Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind durch die Kollektivverträge abgesichert und stehen in keinem Gesetz der Welt. Das System der Kammerpflichtmitgliedschaft zählt nun einmal zu den Grundfesten der Sozialpartnerschaft.

„Ich verstehe ehrlich gesagt Überhaupt nicht, warum bei diesem bewährten System die Grundfesten mit aller Gewalt zerstört werden müssen, damit es zum Hauseinsturz kommt. Die Kritiker sollen erst einmal sagen, welchen ganz persönlichen Nachteil jede einzelne Frau und jeder einzelne Mann mit dem System der Sozialpartnerschaft haben“.

Der Ruf nach Abschaffung der Kammern kommt keinesfalls von Unten und von den Menschen mitten aus der Gesellschaft, sondern von einigen wenigen politischen Eliten von Oben. Auch dieser Satz sei den angeblichen Verfechtern der direkten Demokratie einmal in das Stammbuch geschrieben.

ÖAAB Kärnten

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